Leben unter Hammer und Zirkel
Ein „Wandertag" nach Hamburg
Ende der zweiten Klasse fuhren wir auf einem Wandertag nach Teterow. Da ich anschließend wissen wollte, wo diese Stadt liegt, zeigte mir mein Vater zum ersten Mal eine Landkarte:„Kleine Städte sind als kleine, rote Punkte eingezeichnet und große Städte findest du als große, rote Punkte wieder. Die Straßen sind als rote Striche auf der Karte zu sehen." Ich fand Güstrow und Teterow, aber auch viele andere kleine und große Punkte mit verschiedenen Namen. Neben einem großen roten Fleck stand Hamburg. Ich wusste von dieser Stadt, dass meine Tante Liesbeth dort wohnte und mir immer leckere Schokolade mitbrachte, wenn sie meine Großeltern besuchte. Zwischen Güstrow und Hamburg lag allerdings ein fetter, roter Strich. Was mochte das für eine lange, breite Straße sein? Ich fragte meinen Vater. Er schwieg bekümmert.
Nachdem im September 1976 das dritte Schuljahr begonnen hatte, bat unsere Klassenlehrerin Frau Scholz um Vorschläge für die nächste Klassenfahrt. „Ich schlage Hamburg vor", brüstete ich mich, „ich weiß sogar, wo das liegt. Außerdem gibt es dort leckere Schokolade zu kaufen. Meine Tante hat mir welche mitgebracht..."
Dass die Lehrerin über meine Äußerung nicht erfreut war, können Sie sich sicherlich gut vorstellen. Lesen Sie in meinem Buch Leben unter Hammer und Zirkel, wie diese Szene letztlich ausgegangen ist! Sie werden auch erfahren
- wie meine erste Begegnung mit den sowjetischen Waffenbrüdern verlief, die unfreiwillig und keinesfalls freundschaftlich war
- dass der damals amtierende Bundeskanzler Schmidt bei seinem Besuch in der DDR dicht vor meiner Haustür stand
- wie lange ich auf ein von mir bestelltes Auto hätte warten müssen ud wie viel es gekostet hätte
- wie ich den "heißen" Herbst 1989 und den Mauerfall sowie die sich daran anschließende unsichere Zeit der Wende erlebt hatte
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Weitere, allgemeine Fakten über die ehemalige DDR erfahren Sie auf der Seite Der zweite deutsche Staat.
